Tipps zum Unterrichten?

Unterricht anbieten, Fragen zum Thema Lehrerwahl, Lehrer suchen, Erfahrungen austauschen

Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon musically » Dienstag 30. August 2011, 23:25

Hallo!

Ich gebe morgen (na ja, wenn mans genau nimmt eigentlich schon heute...) meine ersten Flötenstunden fĂŒr meine "eigenen" SchĂŒlerinnen (im ganzen 9, davon fangen 2 neu an). Ich bin momentan noch gerade in einem panikartigem Zustand und kann deshalb ohnehin nicht schlafen...Aber egal, den ersten Nachmittag werd ich wohl ĂŒberleben...Hat aber jemand Tipps, wie man am besten Flötenstunden gestaltet, damit die Kids auch Freude und Spass am musizieren haben und nicht nach einem Jahr oder so wieder aufhören? Und was zum Teufel mach ich bloss mit den Ă€lteren SchĂŒlerinnen, die mit der letzten Lehrerin so Pop und Rock-Play-along im Unterricht gespielt haben? Wie bringe ich denen bloss die Klassik nĂ€her? Und wie bitte schön soll das mit meiner Schwester als SchĂŒlerin klappen?

Tut mir leid fĂŒr die vielen Fragen auf einmal, aber so seht ihr, wie verzweifelt ich bin... :roll: :?

Liebe GrĂŒsse aus der Schweiz! ;)
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon Claudia » Mittwoch 31. August 2011, 08:28

Hallo musically,

na das ist ja ein Paket, das Du da erwischt hast. Wie kommst Du gleich zu 9 SchĂŒlern auf einen Schlag? Verein oder Musikschule? Ich weiß noch als ich meine erste SchĂŒlerin hatte. Heute tut sie mir richtig leid, der Unterricht war wirklich schlecht. Mit den Jahren glaube ich, bin ich etwas besser geworden. "Gelernt" habe ich es nicht wirklich (nur durch meinen eigenen Unterricht), daher ist das was ich schreibe sehr persönlich und keine "Lehrmeinung". Ich glaube, man muss die SchĂŒler erst mal kennenlernen. Jeder ist anders und daher muss man auch an jeden anders ran gehen. Das gilt dafĂŒr, wie man mit jemand sprechen kann, wie man erklĂ€rt (eher theoretisch, in Bildern, spielerisch oder wie auch immer) und auch welche Musik einer mag. Mit AnfĂ€ngern kann man meist erst mal eine Schule als Material nehmen und die dann durchgehen.Ich habe immer mal was weggelassen und vor allem auch oft zusĂ€tzlich was gemacht. Z. B. Volkslieder, Duette oder auch mal Musical-Sachen. WĂ€hrend meiner UnterrichtstĂ€tigkeit habe ich mir auch einiges gekauft, nur fĂŒr die SchĂŒler, damit man auch Munition hat. Es gibt sehr verschiedene SchĂŒlertypen, auf die muss man dann auch reagieren, finde ich. Ich hatte solche, die anfangs nicht hoch kamen (Überblasen klappt nicht) und auch solche, die nicht runterkamen (haben von Anfang an eher versehentlich ĂŒberblasen). Letzteres fiel mir schwerer, da ich das von mir nicht kannte. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ ist es einfacher, Probleme, die man selbst hatte zu behandeln als Dinge, die einem selbst sehr leicht fielen. Ich finde wichtig zu versuchen, immer alle Aspekte zu betrachten (Haltung, Griffe, Rhythmus, Intonation, Atmung, Musikalischer Ausdruck). Dazu habe ich auch immer ein paar musikgeschichtliche Stories geliefert, weil es spannend sein kann und weil es das Material in einen Kontext setzt und mit der erlebten Welt verbindet. Duette finde ich gut, weil da das Durchspielen und miteinander musizieren trainiert wird (besonders, wenn Kinder nur im Unterricht spielen und nicht in Orchestern oder Ensemblen). Gelegentlich ein Vorspiel finde ich auch gut. In jungen Jahren ist das viel einfacher, im Alter anzufangen ist glaube ich der Horror. Gelegenheiten dafĂŒr sind manchmal schwierig, Begleiter (Klavier) zu finden erst recht. Bei den Ă€lteren wĂŒrde ich erst mal am vorigen Unterricht anknĂŒpfen und dann mal mit Duetten und melodisch eingĂ€ngigen Sachen anfangen (je nach stand der SchĂŒler z.B. Reigen seliger geister, Mozart Andante, Badinerie von Bach oder sonstige bekannte Melodien). Problematisch fand ich, dass viele Melodien, die ich als Kind irgendwie schon mal gehört hatte, heute keiner mehr kennt. Egal ob Volkslied oder Opernarie, viele kennen wirklich nur die aktuelle Popmusik und schon Beatles-Titel sind kein Begriff mehr. Das erschwert das ganze sehr. Schwester als SchĂŒlerin. Au wei. Da kann ich nicht raten, hatte ich (zum GlĂŒck) nicht.
Bei den großen SchĂŒlern kann es sein, dass Du erst mal zeigen musst, dass Du wirklich mehr kannst als die (je nach Alter, Stand der FĂ€higkeiten etc.). Hatte ich auch mal..... Übrigens gibt es SchĂŒler, die nicht wirklich die Noten lesen. Wenn Du denen die StĂŒcke vorspielst, kann es passieren, dass Sie nur aus dem GedĂ€chtnis ĂŒben. Ich habe solchen nicht vorgespielt. Die erste Runde mussten sie immer selbst spielen. Wichtig fand ich auch, dass Notenbild und gespieltes zueinander passen. Das heißt, wenn eine bekannte Melodie anders notiert ist, als man sie kennt, darf sie anders gespielt werden, dann soll aber die Änderung in die Noten eingetragen werden.
Keine Ahnung, ob Dir das irgendwie weiterhilft. Jedenfalls wĂŒnsche ich Dir viel Freude mit Deinen SchĂŒlern. Unterrichten ist toll (und anstrengend) und ein verantwortungsvoller Job. Aber das weißt Du ja, wie Deine Fragen (und das Ziel, Ihnen Freude zu erhalten und sie an das Instrument zu binden) zeigen. Ich war nie streng genug. Sie haben gerne gespielt, aber viel zu wenig oder nicht geĂŒbt. auch nicht toll...... Gib Dir Zeit, Du wirst jede Woche dazu lernen.

Viele GrĂŒĂŸe aus Kölle

Claudia
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon musically » Mittwoch 31. August 2011, 23:03

Hallo!

Danke fĂŒr die Antwort, hat mir doch ein wenig geholfen...Und es war sicher nicht die letzte Frage meinerseits zu dem Thema... :oops: ;)
Die erste Stunde mit allen ist ĂŒberlebt, aber ich bin k.o. 9 an einem Nachmittag mit gerade mal 15 Minuten Pause irgendwo in der Mitte sind ganz schön happig...Ach ja, zu den 9 komme ich ĂŒber die Musikgesellschaft. Die letzte Lehrerin hat im Juni aufgehört. Ich wollte eigentlich nur die HĂ€lfte der SchĂŒlerinnen, v.a. nicht meine Schwester, aber unser super PrĂ€sident hat natĂŒrlich niemand anderen gefunden, der die andere HĂ€lfte ĂŒbernommen hĂ€tte. (Keine Ahnung, ob er auch wirklich gesucht hat...) Mal schauen, vielleicht finde ich ja noch jemanden fĂŒr mein Schwesterherz...Übrigens wars heute gar nicht so schlimm mit ihr, hab ihr die Obertonreihe gezeigt und die findet sie jetzt genauso toll wie ich!
Ich finde es einfach relativ schwierig eine so grosse Klasse auf einmal zu ĂŒbernehmen, weil keine 2 SchĂŒlerinnen am gleichen Ort stehen. Zudem hats die letzte Lehrerin irgendwie fertiggebracht, fast jedem MĂ€del eine andere Flötenschule zu geben, d.h. ich musste mir heute erstmal einen Überblick verschaffen... :roll: Mit den beiden Neuen habe ich die Flötenschule angefangen, mit der ich schon gelernt habe, so ist es um einiges einfacher fĂŒr mich, da ich die ja schon kenne. Und mit den andern mach ich ihre bisherigen weiter.
Das mit dem direkten Überblasen und dem Gegenteil hatte ich heute auch schon. Aber ich weiss grad nicht wirklich, was ich mit den beiden anfangen soll, ich hatte eigentlich weder das eine noch das andere Problem...Diejenige, die nicht gut in die obere Oktave hochkommt, liest die Noten auch nicht wirklich. Aber sie spielt nicht nach Gehör, sondern schreibt die Notennamen ĂŒber die Noten. Wenn die nicht da stehen, ist sie fast so gut wie aufgeschmissen...(Hatte ich jedenfalls das GefĂŒhl.)
Mit der Ältesten und am weitesten Fortgeschrittenen (na ja, wie mans nimmt...) weiss ich echt nicht was ich machen soll. Letztes Jahr hat sie fast nur diese pop-play-along-Dinger gespielt, mit denen ich mich so gar nicht anfreunden kann. (Als ich jĂŒnger war, fand ich sie auch toll, aber mir wĂ€re NIE in den Sinn gekommen, die Hefte mit in den Unterricht zu nehmen!) Als ich sie dann gefragt habe, was sie denn so mag und was sie gerne spielen möchte, hat sie gesagt, sie möge eigentlich alles und es sei ihr vom Stil her auch egal. Aber als ich ihr dann ein paar Duos aus der Zauberflöte zur Auswahl stellte, war sie alles andere als begeistert. (Ok, vielleicht sid die auch wirklich noch zu schwer...) Letztendlich hab ich halt entschieden, dass wir mal mit einem Duo von Carl Stamitz anfangen, die sind ja wirklich nicht so schwer und dann sehe ich auch wo sie steht...
Tut mir leid fĂŒr das ganze Geschwafel, aber ich musste das alles grad mal loswerden...Und vielleicht krieg ich so ja noch den einen oder anderen Tipp... ;)

Liebe GrĂŒsse
musically
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon Claudia » Freitag 2. September 2011, 09:00

Hallo musically,

kann Dich sehr gut verstehen. Neun an einem Tag ist der Hammer. Das hatte ich vor vielen Jahren auch mal und man ist völlig platt am Abend. Ein bißchen besser wird es sicher, wenn Du alle kennst und weisst, was Dich erwartet und wie Du mit wem umgehen kannst. Welche Schule machst Du denn mit den zwei neuen?
Zu der "Nicht-Notenleserin". Solche hatte ich auch öfter. Ich hab dann Noten-RĂ€tsel vorbereitet. Da mussten Sie wahlweise die Note schreiben wenn der Name da stand oder den Griff unter die Note oder den Namen schreiben, wenn die Note da steht. Das hilft ein bisschen fĂŒrs Tempo (wenn Ihr es in der Stunde macht) und meist macht es ihnen spaß ( je nach Alter). Anschließend kannst Du ja als Hausaufgabe jede Woche verlangen, dass ein bestimmter Ton nicht mehr beschriftet werden darf. So kann sie StĂŒck fĂŒr StĂŒck sich immer auf einen Ton konzentrieren. Vielleicht klappt das. Ich hatte aber auch SchĂŒler, die nach den Sommerferien ihre Griffe nicht mehr wussten (unglaublich). Ein bisschen drĂŒberschreiben am Anfang finde ich nicht soooo schlimm (habe ich ganz frĂŒher auch mal gemacht). Es muss nur der Wille da sein, das abzustellen, finde ich.
Die "großen" sind schwieriger, kann ich mir vorstellen. Sind auch schon geprĂ€gter und womöglich in der PubertĂ€t (oder kurz davor). Ich fĂŒrchte, da kannst Du nur testen. Wenn jemand die zauberflöten-Duos nicht gefallen, ist das allerdings ein herber Schlag, die gehen ja eigentlich fast immer. Ganz gute Erfolge hatte ich bei ein paar "großen", die nicht so richtig gut waren, mit Andrew Lloyd Webber. Nicht Deine Richtung vermutlich, aber vielleicht ein Einstieg. Von da ĂŒber Operette oder so..... keine Ahnung, ob so was funktioniert.Vielleicht, wenn Du sie mit Technik, tonĂŒbungen und EtĂŒden nervst, dann wird sie froh sein, Musik machen zu dĂŒrfen :) Nur ein Scherz, die Mischung machts ja am Ende.
Was ist eine Musikgesellschaft? Kann ich mir nix drunter vorstellen. Und darf ich fragen, wie alt Du bist und ob Du Flöte studierst oder so? Ich kurz nach dem Abi unterricht und wÀhrend des Studiums (Ingenieur). SpÀter noch ein bisschen parallel zum Arbeiten, aber das war mir irgendwann echt zu viel......
Viele GrĂŒĂŸe und bald viel Spaß mit den SchĂŒlern (den hatte ich bei allem Stress, fand das war ein super Job, trotz der Verantwortung)
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon musically » Freitag 2. September 2011, 12:26

Hallo Claudia,

Ich bin 22 Jahre alt und studiere eigentlich ArchĂ€ologie, belege aber im Nebenfach noch Musikwissenschaften. Und nehme am Konservatorium, einer schweizweit anerkannten Musikschule, Stunden. Es mĂŒssten mittlerweile so ungefĂ€hr 12 Jahre her sein, dass ich mit Querflöte angefangen habe. Den Unterricht gebe ich aber "zum Spass" und um neben dem Studium ein bisschen Geld zu verdienen. Mal schauen, wie lange ich das durchhalte...
Hmm, wie erklÀre ich die Musikgesellschaft wohl am Besten? Vielleicht sind dir die Begriffe "Pfarreimusik" oder "Harmonie" gelÀufiger? Halt, ich habs: "Blasmusik" triffts wohl ziemlich gut. Ausser, dass wir einen Kontrabass und seit kurzem auch 2 Geiger dabei haben. Was Letztere genau bei uns suchen, weiss ich auch nicht...Und wir haben eine Art eigene Musikschule.
Ab Januar werd ich die SchĂŒlerinnen auf 2 Tage aufteilen und vielleicht finde ich bis dahin sogar noch jemanden fĂŒr meine Schwester...
Wie schafft man es bloss, sich durch 3 Jahre Ausbildung zu mogeln, ohne dabei richtig Notenlesen zu lernen? Aber egal, ich werds auf jeden Fall mal mit den RĂ€tseln versuchen. NĂŒtzts nichts, so schadets auch nicht... ;) Ich meine, ich schreib ja auch manchmal drĂŒber, aber dann sinds meistens so Sachen wie fes und ces (die sind ja nicht gerade hĂ€ufig anzutreffen) oder wenn es lange Passagen in der obersten Oktave gibt, muss ich mir manchmal auch ein h oder c einschreiben, mit den ganzen Hilfslinien...Aber so konsequent wie sie das gemacht hat, ist schon fast erschreckend...Und ich hatte tatsĂ€chlich auch eine, die die Griffe auch nicht mehr alle wusste...War aber halb so schlimm, in 2 Wochen wird das wieder da sein (hoffentlich!).
Mit den beiden Neuen mache ich die "Querflötenfibel" von Alexander Hanselmann, ich finde die ziemlich logisch und gut aufgebaut und es hat gute Übungen fĂŒr die neuen Töne drin.
Andrew Lloyd Webber. Da hÀtt ich auch selbst draufkommen können! Logisch! Oder andere Musicals! Die mag ich nÀmlich auch! :mrgreen: Mal schauen, was ich dazu auftreiben kann...

Danke auf jeden Fall fĂŒr die vielen Tipps!

GrĂŒessli
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon Claudia » Freitag 2. September 2011, 21:04

Von Webber gibts einige Songbooks fĂŒr Flöte und Klavier. Relativ einfach und auch ohne Klavier anhörbar. Memory war fĂŒr meine MĂ€dels immer der SuperknĂŒller :)
Das mit dem Griffe vergessen ist ja auch nicht schlimm. Ich fand nur immer hart, wenn man schon drei oder vier Jahre spielt und immer noch nach den Sommerferien jedes Jahr die Griffe vergessen hat. Ich sag ja, ich war zu lasch, glaube ich.....
Die querflötenfibel kenne ich nur vom Namen her. FrĂŒher habe ich immer die WeingĂ€rtner/Weinzierl-Schule gemacht. Weiß nicht mehr, wie die heißt. So ein weisses Heft mit vielen kleinen Fotos drauf. Die war ok, hat aber im Anfang ein paar ziemliche SprĂŒnge im schwierigkeitsgrad, die man dann irgendwie mit anderem Material auffĂŒllen muss.
Als Duos fĂŒr den Unterricht sind ĂŒbrigens auch die Hefte aus der Edition Musica schön. Duette fĂŒr AnfĂ€nger oder so Ă€hnlich. Da sind so gezeichnete Vögel, die Flöte spielen vorne drauf. Ist eine interessante Mischung sehr verschiedener Sachen und eigentlich alles gut gesetzt.
Drei Jahre Unterricht und dann keine Noten können, das ist schon ziemlich heftig. Spielen die Kids denn teilweise auch schon bei Euch im orchester mit? Habt Ihr da ein Orchester fĂŒr die Kinder und Jugendlichen?
Bei uns heißt so was Musikverein, da hatte ich auch angefangen. Sowohl zum spielen als auch mit dem Unterrichten. Zum Studium finanzieren fand ich Unterrichten immer toll. Ist zwar anstrengend, aber ich fand es eine sehr schöne TĂ€tigkeit. (Inzwischen bin ich 40 und spiele schon etwas lĂ€nger als 30 Jahre oioioi).
ArchĂ€ologie finde ich ja super. HĂ€tte mich auch mal interessiert. Ist das im Studium hauptsĂ€chlich Geschichte? oder mehr technisches fĂŒr die Ausgrabungen und ĂŒber die Materialien und Bildgebenden Verfahren und so? Und was stellst Du Dir als Berufsziel vor, wenn Du das mit Musikwissenschaft kombinierst?
Ich hatte vor dem Ingenieurstudium mal kurz Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft mit dem Fernziel Lektor angefangen.... war aber nix fĂŒr mich.
Ich schweife ab....
Wenn es passt, kann es auch ganz witzig sein, zwei oder drei von den SchĂŒlern zum Duo oder Trio spielen zusammenzupacken (statt Unterricht). Alle zwei oder drei Stunden oder so.....
Irgendwie bekomme ich da wieder Lust, selbst zu unterrichten.

Freue mich auf weitere Berichte....

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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon musically » Samstag 3. September 2011, 21:15

FĂŒr die Musical-Hefte werd ich mich mal umschauen, aber erst, wenn ich zurĂŒck bin...
Das Heft mit den Vögeln drauf hab ich schon und noch ein anderes mit 100 einfachen Dus, die auch ganz in Ordnung sind. Da hab ich mittlerweile schon eine grosse Auswahl...
Die Kids spielen ab dem 2. oder 3. Jahr Unterricht in der Jugendmusik mit und ab dem 4. oder 5. im grossen Orchester, kommt halt immer darauf an, wie gut sie schon spielen. Unsere "Ausbildung" dauert im gesamten 5 Jahre. Jedes Jahr mĂŒssen die Kids einen kleinen Stufentest bestehen und eine VortragsĂŒbung absolvieren, bei denen auch mal ein Duo oder Trio gespielt wird, manchmal sogar mit anderen Instrumenten. Und nach den 5 Jahren dĂŒrfen sie natĂŒrlich weiter Unterricht haben, wenn sie es wĂŒnschen.

UrsprĂŒnglich hatte ich Musikwissenschaften nur gewĂ€hlt, weil ich nicht wusste, was ich anderes nehmen sollte...Und dann war das Ziel MusikarchĂ€ologie. Mittlerweile wĂ€r ich einfach froh, wenn ich was anderes als Musik gewĂ€hlt hĂ€tte und ich hab sowieso keine Ahnung, was ich nach dem Studium machen will. Das eigentliche Ziel ist so viel ausgraben wie möglich. Da ist es aber praktisch unmöglich, davon zu leben, da die meisten Ausgrabungen nur im Sommer stattfinden. Und wenn man keine Beziehungen hat...Die andere Möglichkeit ist die akademische Karriere, aber da muss ich ehrlich sagen, dass ich dafĂŒr zu wenig gerne Forschung in BĂŒchern betreibe und Texte schreibe...Hab schon jetzt MĂŒhe, alle Hausarbeiten termingerecht und genug lang abzugeben...
Und im Studium gehts v.a. um Geschichte, Ikonographie, Architektur u.Ă€. Techniken und so lernen wir auf der Schulgrabung...

Lg
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon Claudia » Sonntag 4. September 2011, 16:59

Euer Schulungsprinzip klingt wirklich gut. Da könnte man sich bei uns auch ein Scheibchen von abschneiden. Das mit den Jugendkapellen ist bei uns auch so Àhnlich.
Ich fand Musikwissenschaft damals ganz gut aber auch sehr anspruchsvoll. In TĂŒbingen hĂ€tte man zur ZwischenprĂŒfung auch Gehörbildung und Partiturspiel nachweisen mĂŒssen. Insgesamt betrachtet war das von den drei FĂ€chern (Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft) das strukturierteste, umfangreichste und arbeitsintensivste. Aber spannend fand ich das auch irgendwie....

tja, mit ArchÀologie den Lebensunterhalt verdienen. Stelle ich mir auch schwer vor. Ein Freund von mir hat einen Bruder, der tatsÀchlich eine Anstellung bei einem Bundesministerium in Deutschland hat. Ist wohl so ziemlich die letzte Stelle dieser Art, die es gibt.
Ich drĂŒck Dir jedenfalls die Daumen. MusikarchĂ€ologie klingt auch gut.....

Liebe GrĂŒĂŸe und schöne Exkursion

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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon musically » Donnerstag 15. September 2011, 11:47

Da warens nur noch 8...Nein, meine Schwester hab ich noch nicht bei jemand anderem untergebracht. Diejenige, die die Noten nicht gelesen hat und auch sonst fast keinen Ton in der 2. Oktave rausbekommen hat, hat aufgehört. Nicht wegen mir, sondern weil sie nicht mehr genug motiviert ist. Ihre Mutter hat mir gesagt, sie habe schon letztes Jahr so gut wie nie geĂŒbt. (Was man auch hörte und so weiss ich auch wieso sie nicht mehr Noten lesen konnte!) Mir solls egal sein, dann hab ich auch weniger Stress, weil ich so abends etwas frĂŒher fertig bin...
Ach und der Ă€ltesten gefĂ€llt das Stamitz-Duo gar nicht so schlecht! Ich glaube bloss, dass es etwas zu einfach fĂŒr sie ist, aber wir werden sehen...Aber was macht man bloss mit SchĂŒlern, denen es absolut egal ist, ob sie stil-und epochengerecht spielen? Und mit solchen, die dazu neigen, so laut zu spielen, dass mir meine Ohren danken, wenn danach eine AnfĂ€ngerin kommt, die die Intonation noch ĂŒberhaupt nicht beherrscht? :roll: :roll:

Ja, Musikwissenschaft ist sehr anspruchsvoll. Wir haben jedes Semester eine Musikgeschichte-Vorlesung mit anschliessender PrĂŒfung. DafĂŒr mĂŒssen wir aus 500-800 StĂŒcken 1-3 erkennen und den ganzen historischen Kontext und so wissen. (Eine Oper zĂ€hlt nicht als 1 StĂŒck, sondern als z.B. 40. DafĂŒr kann auch irgendein Ausschnitt davon drankommen...) Und im Allgemeinen ist das Studium sehr trocken und theoretisch.

In der Schweiz hat jeder Kanton sein eigener archĂ€ologischer Dienst und somit hats schon einige Stellen. Aber eben, wenn man keine Beziehungen hat um an sowas ranzukommen, siehts schlecht aus...Mal sehen, was daraus wird. Vielleicht hĂ€nge ich noch irgendeine Informatik-Ausbildung dran oder ein anderes Studium (ist aber halt sehr zeitaufwĂ€ndig und nicht gerade kostengĂŒnstig...)

GrĂŒessli
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Re: Tipps zum Unterrichten?

Ungelesener Beitragvon Claudia » Montag 19. September 2011, 13:41

nicht ĂŒbende SchĂŒler, kenne ich auch. Die hing nicht zufĂ€llig auch noch in der PubertĂ€t?
Lass Dich nicht nerven, ich bin sicher, Du bekommst die alle hin. Es braucht nur ein wenig Übung und Deine AnsĂ€tze lesen sich schon wirklich gut, finde ich.
Vielleicht findest Du ja mal eine Art Ötzi oder so :)

Ich drĂŒck Dir jedenfalls die DĂ€umchen (fĂŒr SChĂŒler und Studium)

Liebe GrĂŒĂŸe

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