Verzierungen auf der Querflöte spielen

In diesem Bereich möchte ich ein bißchen was zu Verzierungen schreiben. Das fängt damit an, wie diese in den Noten bezeichnet werden und geht weiter mit technischen uns musikalischen Aspekten.

Triller

Um denen, die davon keine Ahnung haben, begreiflich zu machen, was eine "Cadences" oder ein Triller ist, könnte man ihn als eine Bewegung zweier Töne im Abstande eines Ganz- oder Halbtones definieren, die mehrere Male hintereinander ausgeführt wird. Man beginnt ihn auf dem oberen Ton und beendet ihn auf dem unteren, Außerdem gibt man ihm nur eine einzige Artikulation; lediglich der Finger führt diese fort.
Jacques Hotteterre in Principes de la Flute

Dieser Definition des Altmeisters muß man eigentlich nicht viel hinzufügen. Ein Triller ist also ein Wechsel zwischen dem notierten Ton und dem in der aktuellen Tonart direkt darüber stehenden.

Das heißt zum Beispiel für ein Stück ohne Vorzeichen, wenn ein a mit einem Trillerzeichen darüber notiert ist, wird zum h gewechselt. Steht in dem Stück oder dem entsprechenden Takt ein b vorgeschrieben, dann geht auch der Triller zum b.

Wird vom Komponisten für den Triller ein anderer oberer Ton gewünscht, dann steht das Vorzeichen für die obere Nebennote über dem Triller notiert.

Triller mit Versetzungszeichen

In aktuellen Ausgaben werden Triller in der Regel durch "tr" oberhalb der Note gekennzeichnet. Bei langen Trillern steht hinter den Buchstaben eine horizontale Schlangenlinie. In alten Ausgaben (zu Zeiten des oben zitierten Hotteterre), kann auch ein + oberhalb der Note für einen Triller notiert stehen.

Das Tempo der Bewegung zwischen den beiden Tönen des Trillers richtet sich nach dem Tempo des Stücks und der Länge des Tons, auf dem getrillert werden soll. Allgemein kann man sagen, je langsamer das Stück, um so langsamer auch die Trillerbewegung. Ausschlaggebend ist der Klang, es muß zum Stück passen.

Im Regelfall verwendet man zum Trillern die normalen Griffe. Bei schwierigen Verbindungen greifen spezielle Trillergriffe.

Beim Trillern sollte zu Beginn und am Ende der notierte Ton etwas länger hörbar sein. Das ist auch wichtig, damit man überhaupt hören kann, welcher Ton das sein soll, gerade auch im Bezug auf die aktuelle Harmonie. Bei Stücken aus dem Barock und auch noch bei Mozart beginnt man die Triller vom oberen Ton. Am Ende des Trillers wird als Übergang zum Folgeton ein Nachschlag angehängt. Das kann je nach Geschmack und Stück der Ton nach dem Triller sein, den man vorzieht (Antizipation) oder auch ein zwei-töniger Übergang. Triller mit Nachschlag

Vorschläge

Vorschläge sind klein vor einer Note notierte Noten. Der notierte Notenwert ist bei der Ausführung nicht wörtlich zu nehmen. Vorschläge können entweder kurz oder lang ausgeführt werden, entweder auf dem Schlag oder vor dem Schlag.

Je nach Notenausgabe werden kurze Vorhalte unter Umständen durch Durchstreichen gekennzeichnet, gegebenenfalls werden auch verschiedene Notenlängen dargestellt, um einen Hinweis zu geben. Das ist aber nicht in allen Notenausgaben der Fall.

Notationsbeispiele für Vorschläge

Für lange Vorhalte in Werken des 17. und 18. Jahrhunderts gibt es laut Graf vier fixe Regeln, die immer gelten:

Im Gegensatz zum langen Vorhalt gibt es natürlich auch einen kurzen. Dieser kann betont oder unbetont, vor dem Schlag oder auf dem Schlag gespielt werden. Die Entscheidung, wann ein Vorschlag als langer und wann als kurzer auszuführen ist, ist nicht ganz einfach. Graf gibt dafür folgende Regeln an:

Flatterzunge

Bei der Flatterzunge unterbricht man den Luftstrom, und damit auch den Ton, mit der Zungenspitze (oder mit dem Kehlkopf). Dazu muss man sehr viel Luft aufbringen und dann die Zunge quasi wie ein Stück Papier in diesem Lufstrom flattern lassen. Das Geräusch und auch das Gefühl entsprechen einem gerollten R. Das R im Hals zu rollen ist nicht jedem ohne weiteres möglich. Die Wahl, ob man Zunge oder Hals einsetzt, hat Einfluss auf den Klang. In manchen Lagen ist eine der Varianten leichter als die andere.

Autor: Claudia Haider; Stand 16.04.2013