Technischer Aufbau einer Querflöte

Die heute eingesetzte sogenannte Böhmflöte besteht aus drei Teilen: dem Kopf, dem Mittelstück und dem Fuß.

Das Kopfstück dient zum Anblasen des Instruments. Hier wird der Ton gebildet und durch die Form des Mundloches, Material und Dicke des Rohres etc. auch der Klang maßgeblich beeinflußt. Die auf das Rohr des Kopfstücks aufgelötete Platte heißt Mundlochplatte. Sie ist mit dem seitlichen Loch im Rohr durch den sogenannten Kamin verbunden. Aktuell werden Mundlöcher in einer rechteckigen Form mit abgerundeten Ecken gefertigt. Die Abmessungen betragen meist ca. 12 mm auf 10 mm.

Man unterscheidet Flöten mit C- und H-Fuß, wobei bei letzterem der Tonumfang nach unten erweitert und gleichzeitig die Ansprache in der hohen Lage teilweise erleichtert wird. Die nachfolgende Abbildung zeigt den Längenunterschied dieser beiden Varianten und die zusätzliche Klappe beim längeren H-Fuss.

Gegenüberstellung Füsse

Alle Klappen befinden sich auf dem Mittel- und Fußstück. Die Systeme beider Teile sind dabei (im Gegensatz beispielsweise zur Klarinette) unabhängig voneinander.

Eine weitere Unterscheidung der Flöten untereinander ergibt sich aus der Anlage der Klappen. Zunächst werden hier geschlossene und Ringklappen unterschieden. Bei letzteren schließen die Finger Löcher in den Klappen. Auf diese Weise wird eine saubere Handhaltung vom Anfänger abverlangt. Zusätzlich erlaubt diese Technik das Spielen von Viertelstönen und Glissandi.

RingklappenGeschlossene Klappen

Ringklappen Geschlossene Klappen

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal für Querflöten ist die Anordnung der Klappen. Man unterscheidet sogenannte Offset und Inlineflöten. Die Offsetflöte hat die Klappe für das G auf einer vorgezogenen Achse angebracht, so daß sie leichter erreicht werden kann. Das Bild unten zeigt links eine Inlineflöte und rechts ein Offset-Instrument.

Vergleich einer Offset- und einer Inlineflöte

Alles in allem besteht das Instrument aus mehr als 150 Einzelteilen. Als da wären Schrauben, Federn, Achsen, Ringe, Polster usw.

Jede Flöte verfügt über 16 Tonlöcher, auf die jeweils ein sogenannter Kamin aufgesetzt ist. Der Kamin ist sozusagen ein kurzes Rohrstück, dass in die Bohrung für das Griffloch quasi senkrecht zum Flötenrohr eingesetzt wird, so dass die Klappe ein ebenes Rohrende verschließt.

Da der Durchmesser der Tonlöcher größer als eine Fingerkuppe ist, werden die Tonlöcher bei aktuellen Querflöten immer durch Klappen geschlossen (egal ob Ringklappen oder nicht). Für den dichten Abschluss sorgen die Polster in den Klappen.

"Normale" Polster bestehen aus Filz, verstärkt durch eine dünne Pappe. Die oberste Schicht des Polsters bildet die so genannte "Fischhaut", die nicht aus Fisch sondern aus Rinderdarm hergestellt wird.

Eine neuere Entwicklung sind die dünneren "Straubingerpolster". Diese bestehen aus einer Kunststoffwanne, und einem sehr dünnen Filz. Der Abschluss zum Tonkamin beim Schließen der Klappe wird aber durch den Rand der Wanne gebildet. Das Ganze wird mit einer doppelten Schicht Fischhaut abgeschlossen.

Straubingerpolster nutzen so gut wie nicht ab, sondern versagen irgendwann, wenn die Fischhaut defekt ist, durch Feuchtigkeit sehr plötzlich (durch dann eindringende Feuchtigkeit beim Spielen, die zum Quellen des Filz führt). Herkömmliche Polster dagegen werden mit der Zeit eingedrückt, wodurch sich allmählich eine immer größere Undichtheit ergibt. Ein schleichender Prozess.

Die Längen der Flötenteile sind 22 cm (Kopf), 35,5 cm (Mittelstück) und 13 cm (Fuß). Der Durchmesser beträgt 19 mm, wobei sich der Kopf parabolisch auf 17 mm verjüngt.

Für eine Silberflöte ergibt sich ein Gewicht von ca. 680 Gramm. Für den Flötenbau wird Sterling-Silber (92,5% Silber) eingesetzt. Reines Silber wäre zu weich. Eine Alternative ist Gold (Gewicht dann 980 g), gebräuchlich in 9, 14 oder 18 Karat.

Ein weiteres sehr verbreitetes Material, vor allem für günstigere Anfängerinstrumente ist Neusilber, eine Legierung bestehend aus Kupfer, Zink und Nickel und damit auch problematisch für Menschen mit Nickel-Allergie. Hier ist in jedem Fall wenigstens eine Mundlochplatte aus Silber erforderlich, da der Kontakt am Mundstück andauernd und intensiv ist, Schweiß und Speichel zusätzlich eine Reizung noch verstärken können.

In den letzten Jahren nimmt die Verbreitung von Holzflöten und -köpfen wieder zu. Gegenüber früheren Betrachtungen, z. B. bei Scheck, geht man heute davon aus, dass das Material selbst einen eher geringfügigen Einfluss auf den Klang der Flöte hat. Unterschiede ergeben sich hauptsächlich aus der Masse, Wandstärke und Oberflächenbeschaffenheit. Das Rohr nimmt nur als Resonator Einfluss auf auf den Klang, daneben kann die Glattheit der Oberfläche Verwirbelungen der Luftströmung verhindern bzw. befördern. Führend hinsichtlich des Klangeinflusses ist der Kopf und insbesondere der Schnitt des Mundlochs.

Beim Zusammensetzen der drei Teile wird der Kopf so ausgerichtet, dass das Mundloch in etwa in einer Linie mit der ersten kleinen Klappe des Mittelstücks liegt. Der Fuss ist gegen das Mittelstück so weit gedreht, dass die Achse der Klappen am Fuss in etwa in Linie mit der Mitte der Klappen des Mittelstücks liegt.

Um die empfindliche Mechanik nicht zu beeinträchtigen, sollte man darauf achten, beim Zusammensetzen oder Auseinandernehmen der drei Teile keine seitlichen Kräfte auf die Achsen auszuüben. Praktisch heißt das, am besten oberhalb der Klappen am Mittelstück zu halten bzw. den Fuss so aufzusetzen, dass die Finger die Klappen schließen und die ausgeübte Kraft nur in Schließrichtung der Klappe auszuüben.

Quellen:
Autor: Claudia Haider; Stand 10.04.2013