Üben technisch schwieriger Stellen

"Des Kunstgesetzes erstes Kapitel
Heißt: Technik als Mittel;
Technik als Zweck -
Fällt die ganze Kunst hinweg."
Friedrich Wieck (Klavierlehrer und Vater von Clara Schumann)

Wenn man technisch schwierige Stellen auf der Flöte übt, sollte man dies im ersten Schritt in langsamem Tempo tun. Ein systematischer Übeansatz ist das Zerlegen der Passage in Abschnitte und das langsame Üben in mit dem Metronom. Nach dreimaligem Bewältigen des Abschnitts in einem Tempo sollte das Metronom schneller gestellt werden. Bei längerem Üben müssen auch die Trennstellen beim Aufteilen einer Sequenz immer wieder variiert werden.

Nach der systematischen Zerlegung eines Abschnitts sollte dieser auch immer wieder am Stück gespielt werden. Als Ergänzung dieser zerlegenden Arbeitsweise bietet es sich an, Abschnitte rückwärts zu üben, den Rhythmus (Punktierung, Zweier-, Dreier- und Vierergruppen) und die Artikulation zu variieren.

Die wahre Ursache eines technischen Problems liegt häufig einige Töne vor der Stelle an der letztendlich der Verlust der Kontrolle spürbar wird. Ein Spieler muss sein eigenes Spiel analysieren und die Stelle an der die Schwierigkeit liegt identifizieren. Grund für ein solches Problem kann ein einzelner Finger, die Atmung, die Haltung oder der Gedanke an eine andere Schwierigkeit im Stück sein.

Für sehr schnelle Passagen muss aber gelegentlich auch sehr schnell geübt werden. Dazu kann man innerhalb einer Phrase Start oder Endpunkte wählen. Diese werden lang gehalten, der Lauf davor oder danach wird dann so schnell wie möglich ausgeführt. Auch hier ist eine Analyse der schnellen Sequenz erforderlich, um Problemstellen zu identifizieren und gezielt auszumerzen.

Es gibt Griffe, die besonders häufig unsauber gegriffen werden. Hier eine Liste von Trevor Wye aus seinem Buch Freude am gewandten Flötenspiel:

Autor: Claudia Haider; Stand 16.04.2013